Predigtreihe: Einander-Stellen

Übersicht der Einander-Stellen im Neuen Testament – FEBG Neuwied

ℹ️ Wer „Sola Scriptura“ sagt, muss auch „Auslegungspredigt“ sagen.

ℹ️ Und: Auslegungspredigt muss fortlaufende Auslegungspredigt sein. Nur so kann man die Absicht des inspirierten Autors des Bibeltextes angemessen predigen.

Das sind Leitgedanken, die die Lehre und den Predigtdienst unserer Gemeinde prägen.

Allerdings heißt das nicht, dass wir in der Gemeinde keine Ausnahmen machen. Ausnahmen vom „fortlaufenden“ Predigen – nicht von der „Auslegungspredigt“. Eine solche Ausnahme war die Reihe zu den „Einander-Stellen“ im Neuen Testament im Sommer 2026.

Warum habe ich mich für eine Themenreihe statt für einen fortlaufenden Text entschieden?

Meine Absicht war es, in der Sommerpause von Johannes eine Serie zu starten und diese auch zu Ende zu bringen. Das wäre mit einem ganzen Bibelbuch nur schwer möglich gewesen. Zum anderen denke ich, dass auch eine Themenpredigt auslegend sein muss. Hier ging es im Kern darum, das Wort „Einander“ (gr. allelon) in seinen verschiedenen Kontexten auszulegen.

Was hat mich veranlasst, diese Predigtserie zu halten?

In der heutigen evangelikalen „Bubble“ gibt es leider den Trend, es mit der Zugehörigkeit zu einer Ortsgemeinde nicht mehr so ernst zu nehmen. Man gewinnt den Eindruck, dass sich ein Denkmuster verbreitet, bei dem Verbindlichkeit als irrelevant angesehen wird. „Schließlich“, so denkt man, „ist Jesus ein persönlicher Retter“ und „ich lebe meinen Glauben für mich aus“. Auch wenn das nicht völlig falsch ist, ist es doch sehr verkürzt. Die Ortsgemeinde hat in Gottes Rettungsplan einen so hohen Stellenwert, dass ein gesundes Christsein außerhalb der Gemeinde nahezu ausgeschlossen ist. Bevor sich dieser Trend bei uns ausbreitet, hielt ich es für angebracht, den Stellenwert der Gemeinde noch einmal zu betonen.

Andererseits kommt die Zugehörigkeit zu einer Ortsgemeinde auch mit einer Verantwortung. Gott hat in seinem Ratschluss vorgesehen, dass er dich auch durch andere Gläubige aus deiner Ortsgemeinde in das Ebenbild seines Sohnes hineingestalten möchte. Diese Verantwortung ist mit dem „Eintritt“ in eine Ortsgemeinde nicht abgeschlossen; sie wird Woche für Woche gelebt. Daran wurde ich im Rahmen meiner Predigerausbildung beim EBTC in Berlin immer wieder erinnert. Diese Erinnerung wollte ich gerne weitergeben.

Warum habe ich nicht alle Einander-Stellen gepredigt?

Zum einen habe ich bei der Einführung in die Einander-Stellen viele relevante Bibelstellen gelesen. Dadurch sollte bereits ein Gesamteindruck entstanden sein. Zum anderen hoffe ich, dass durch die drei Predigten klar geworden ist, dass Verbindlichkeit und Verantwortung nicht zur Debatte stehen, sondern in der Gemeinde, in der Jesus das Haupt ist, dazugehören. Auch wenn nicht jede neutestamentliche Nuance des biblischen Miteinanders in der Gemeinde erklärt wurde, sollte die Grundhaltung klar sein.

Was ist mir bei den Vorbereitungen besonders aufgefallen?

Der Epheserbrief ist extrem wichtig, um den Stellenwert des biblischen Miteinanders zu verstehen und zu leben. So ist es nicht verwunderlich, dass ich immer wieder zum Abschnitt aus Epheser 4:11-16 zurückgekehrt bin. Zudem baut der Abschnitt auf dem auf, was Paulus kurz davor gebetet hat, als er die Gemeinde als den Ort bezeichnete, in dem die Herrlichkeit Gottes besonders dargestellt wird:

Dem, der über alles hinaus zu tun vermag, über die Maßen mehr als wir erbitten oder verstehen, gemäß der in uns wirkenden Kraft, ihm sei die Herrlichkeit in der Gemeinde und in Jesus, dem Gesalbten, auf alle Geschlechter des Zeitalters der Zeitalter. Amen.

Epheser 3:20-21 (ESB)

Waldemar Bergen

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